Projekt Quarz – NS-Geschichte in Roggendorf
Die unterirdische Rüstungsfabrik und das KZ-Außenlager in Melk
Die mächtige Stollenanlage am Wachberg im Schollacher Ortsteil Roggendorf ist bis heute Teil des kollektiven Gedächtnisses der Bevölkerung. Die 1944/45 von rund 14 400 Häftlingen des KZ Melk für die Rüstungsindustrie errichtete unterirdische Produktionsstätte ist immer noch erhalten und ebenso sagenumwoben wie geheimnisvoll. Mit den auf 65 000 m2 Fläche geplanten unterirdischen Anlagen sollten wesentliche Produktionskapazitäten über das bereits absehbare Kriegsende hinaus gesichert werden; die Nationalsozialisten nannten es das Projekt Quarz. Die KZ-Häftlinge arbeiteten bei diesem Bauvorhaben auch für die auf die Nachkriegszeit gerichteten Interessen der Industrie.
Fast schon vergessen ist das riesige Barackenlager, das in diesem Zusammenhang errichtet wurde und zu dem kaum noch Aufzeichnungen existieren. Der Verein Quarz und einige Historiker bemühen sich seit Jahren um die Aufarbeitung und Vermittlung dieses dunklen Kapitels der Zeitgeschichte im Mostviertel. Viele der Geschichten rund um den von KZ-Häftlingen errichteten unterirdischen Rüstungsbetrieb haben sich nur in den Erinnerungen der Zeitzeugen erhalten. Die Filmchronisten treffen die letzten Augenzeugen des Schreckens in Schollach, besuchen die unterirdische Stollenanlage in Roggendorf und die KZ-Gedenkstätte in Melk.