Schollach
Bezirk Melk
Die Gemeinde Schollach ist eine kleine Landgemeinde, welche aus sieben Dörfern besteht: Roggendorf, Merkendorf, Klein Schollach, Groß Schollach, Steinparz, Schallaburg und Anzendorf. Es gibt in dem Sinne kein Ortszentrum, jedoch einen kulturellen Mittelpunkt: Die Schallaburg. Die Entstehung der Gemeinde ist eng mit der Schallaburg verknüpft. Heute bietet das beliebte Ausflugsziel eine jährlich wechselnde Ausstellung sowie viele Hof- und Gartenveranstaltungen. Auch die Wallfahrtskirche Maria Steinparz ist ein Identifikationspunkt der Gemeinde, während die Ruine Sichtenberg zwischen Groß Schollach und Sooß nur wenig bekannt ist.
Trotz des fehlenden Ortskerns und wenig Infrastruktur – Geschäfte, Schulen und medizinische Versorgung finden sich in den Nachbargemeinden – hat in den letzten Jahren ein stetiger Zuzug stattgefunden. Die Bewohner schätzen die Lebensqualität am Land und die gute Anbindung ans Verkehrsnetz.
Seit der Gemeindezusammenlegung 1970 hat sich eine Gemeinschaft über die Dörfer hinweg entwickelt: Die Ruhe und Beschaulichkeit des Dorflebens schaffen Verbindung, traditionelle Feste wie das Maibaumaufstellen, die Sonnwendfeuer, Advent- und Silvesterveranstaltungen lassen die Dorfbewohner:innen über die Dorfgrenzen hinweg zusammenkommen. Die Dorferneuerungsvereine sind dabei ein wichtiger Faktor geworden, gemeinschaftliche Aktivitäten zu fördern, auch lokale Sportvereine, wie der Tennis- oder Alpenverein sind fixe Treffpunkte im Gemeindeleben.
Wesentlich fürs Gemeinschaftsleben ist auch die Feuerwehr, und hier ist ein wichtiger Schritt erfolgt: 2024 haben sich die drei bisher bestehenden Dorffeuerwehren der Gemeinde (Anzendorf, Roggendorf, Schollach) zur gemeinsamen Freiwilligen Feuerwehr Schollach zusammengeschlossen. Mit dem Bau des neuen Feuerwehrhauses, das im Herbst 2025 feierlich eröffnet wird, ist ein gemeinsames Projekt gelungen, über das sich die ganze Gemeinde freut.
Ein prägender Faktor für die Gemeinde und die Bewohner:innen ist die Natur: fast jedes Dorf grenzt an einen Wald und ist von weitläufigen Wiesen und Wegen umgeben. Die Landwirtschaft hat in der Gemeinde noch einen sichtbaren Stellenwert, auf den umliegenden Feldern ist täglich die landwirtschaftliche Tätigkeit im Jahreskreislauf zu beobachten.
Der Hiesberg, ein Waldrücken der sich von Anzendorf bis in die Nachbargemeinden streckt, bietet ein Netz aus Wanderwegen und ist ein Naherholungsgebiet nicht nur für die Schollacher.
Die jüngere Geschichte hat Spuren und ein Mahnmal in der Gemeinde hinterlassen: Die Stollenanlage des Wachbergs in Roggendorf, eine im 2. Weltkrieg von Zwangsarbeitern errichtete Waffenproduktionsstätte, erinnert an die leidvollen Geschehnisse im nationalsozialistischen Regime und das grausame Kriegsgeschehen.