Weinburg erinnert – 80 Jahre Kriegsende

Weinburg erinnert – 80 Jahre Kriegsende
Jugendliche treffen die letzten Zeitzeug*innen

Die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges waren auch in der Pielachtaler Gemeinde Weinburg drastisch spürbar. Einerseits wurden viele Weinburger zum Kriegsdienst eingezogen, andererseits rückte die Front gegen Kriegsende direkt in die Region vor. Am 15. April 1945 hatten sowjetische Truppen St. Pölten befreit und drangen in das Pielachtal vor. Deutsche Truppen waren noch in Weinburg einquartiert, am 20. April erreichten die Kämpfe schließlich auch die Pielachtaler Gemeinde.

Die Bevölkerung musste in Keller und Bunkeranlagen flüchten, um sich vor Fliegerangriffen und dem Artilleriefeuer der Sowjets zu schützen. Die in Weinburg einquartierten SS-Truppen agierten brutal, auch gegenüber der Bevölkerung. Während der Kampfhandlungen kam es zu zahleichen Zerstörungen, eine Granate durchschlug das Dach der Pfarrkirche. Am 7. und 8. Mai 1945 kulminierten die Kämpfe und erreichten ein apokalyptisches Ausmaß. Kurz danach war der Zweite Weltkrieg, die größte Katastrophe der Menschheitsgeschichte, vorbei.

In Weinburg gab es aber auch noch den Widerstandskämpfer Konrad Gerstl, der dem sinnlosen Morden der Nationalsozialisten etwas entgegensetzen wollte und dafür mit dem Leben bezahlte. Am 13. April 1945 wurde er mit anderen Regimegegnern, die eine kampflose Übergabe St. Pöltens vorbereitet hatten, von den Nationalsozialisten im St. Pöltner Hammerpark hingerichtet. An Konrad Gerstl erinnert heute in Weinburg eine Gedenktafel am Kirchenplatz und eine 2021 nach ihm benannte Straße.

80 Jahre nach dem Kriegsende begaben sich die Filmchronisten auf Spurensuche, um die noch vorhandenen Erinnerungen an diese Schicksalsjahre zu dokumentieren. Zusammen mit dem Lehrer und Museumskurator Andreas Buchinger trafen Schülerinnen und Schüler die letzten Zeitzeugen. Aus erster Hand konnten sie erfahren, wie es war im Krieg an der Front und zuhause in Weinburg, wo man 1945 ums Überleben kämpfte. Der dabei entstandene Film ist ein kleines Vermächtnis der letzten Zeitzeug*innen, und gleichzeitig ein mahnendes Andenken: niemals vergessen!

Film: Strasser und Strasser